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Auf dem Hof leben und arbeiten

Geschrieben von: spurwechsel | 02.09.2009 |

Immer mehr junge Menschen lassen sich in Rheinland-Pfalz zum Landwirt ausbilden. Matthias Daun (23) aus Hörscheid (Landkreis Vulkaneifel) ist einer dieser jungen angehenden Landwirte. Das Spurwechsel-Team hat ihn auf dem Hof seiner Familie besucht.

Von Verena Schüller

6.30 Uhr: Der Wecker klingelt. „Ja, manchmal ist das frühe Aufstehen schon anstrengend“, gibt Matthias Daun aus Hörscheid (Landkreis Vulkaneifel) zu. Der 23-Jährige wird Landwirt. Er studiert zurzeit an der Universität Bonn Agrarwissenschaften. Er plant, nächsten Sommer sein Studium abzuschließen.

7.30 Uhr: Melken der Kühe. Auf dem Hof seiner Eltern in Hörscheid hat er das Arbeiten in einem Milchviehbetrieb von Kindesbeinen an miterlebt. „Wir haben zurzeit 160 Kühe und bewirtschaften 140 Hektar“, erklärt Matthias. Am Wochenende und in den Semesterferien arbeitet er auf dem Hof, den er später einmal übernehmen möchte. „Landwirtschaft interessiert mich sehr“, begründet er seine Berufswahl. Er habe immer mit Tieren arbeiten wollen. Deswegen überlegte er auch, Tiermedizin zu studieren. Am Ende entschied er sich dann aber doch für die Agrarwissenschaften.

9 Uhr: Frühstück. Was er an dem Beruf des Landwirts schätzt, ist unter anderem das Leben auf dem Hof. „Ich brauche nur wenige Meter, um zu meiner Arbeit zu kommen“, erzählt er und lacht. Stundenlanges Pendeln wäre nichts für ihn. Sein drei Jahre jüngerer Bruder möchte nach seinem Abitur Betriebwirtschaftslehre studieren. Auch das werde immer wichtiger in der Landwirtschaft, ist sich Matthias sicher.

9.30 Uhr: Arbeiten auf dem Hof. Abgesehen von den Melkzeiten sei die Arbeit im landwirtschaftlichen Betrieb sehr flexibel, sagt Matthias: „Die Arbeit auf den Feldern und Wiesen ist ja auch sehr wetterabhängig.“ Deswegen fallen im Sommer andere Arbeiten an als im Winter. Matthias mag auch die technisch anspruchsvollen Arbeiten. Einen besonderen Vorteil sieht er darin, dass er draußen arbeiten kann. „Ich bin in der Natur und genieße den Ausblick über die Felder.“

13 Uhr: Mittagessen. „Das Schöne an einem Familienbetrieb ist, dass man selbstständig ist.“ Wenn er später den Hof übernehmen sollte, ist Matthias sein eigener Herr. „Da kann man auch mal montags einkaufen fahren, wenn man am Wochenende gearbeitet hat“, erzählt er.

Nachmittags: Arbeiten auf dem Hof. In seinem Studium hat Matthias gemerkt, dass auch immer mehr junge Menschen Landwirt werden, die nicht auf einem Hof aufgewachsen sind. „Die Jobaussichten sind sehr gut“, beurteilt er die aktuelle Lage. „Es fehlt an qualifizierten Leuten, der Bedarf ist da.“ Außerdem sei der Bereich Agrarwissenschaften so weit gestreut, dass jeder eine Nische finden könnte, die zu ihm passt.

17 Uhr: Kaffeetrinken. Nebenbei engagiert sich der 23-Jährige noch in der Landjugend – sowohl im Landkreis Vulkaneifel als auch auf Landesebene. Dort leitet er den Arbeitskreis „Agrarpolitik“. </text>Wir treffen uns mit Politikern und Verantwortlichen aus der Wirtschaft und diskutieren über agrarpolitische Themen“, erzählt Matthias. Darüber hinaus organisiert er Veranstaltungen. Die Landjugend bietet ihm auch die Möglichkeit, sich mit anderen jungen Landwirten auszutauschen.

17.30 Uhr: Melken der Kühe. Einen Nachteil am Leben als Landwirt sieht Matthias aber auch: „Ich bin verpflichtet, morgens und abends die Kühe zu melken.“ Da könne man nicht einfach mal im Bett liegenblieben – auch am Wochenende nicht. „Melken ist das Wichtigste.“ Aber mit Mitarbeitern und Auszubildenden ließe sich die Arbeit immer mal wieder auch flexibler verteilen. Außerdem seien die langen Arbeitszeiten gerade im Sommer nicht so schön.

20 Uhr: Feierabend. Am Abend hat Matthias Zeit, sich mit Freunden zu treffen. Einige von ihnen sind auch Landwirte, die meisten anderen hätten aber auch kein Problem mit seiner Berufswahl. „Die kennen das ja alle“, sagt Matthias. Insofern seien die Arbeitszeiten doch ganz gut mit dem Privatleben eines jungen Menschen vereinbar.

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